Ausblick

Bayern im Rennen um Spitzenpositionen

Mit der Hightech Agenda steigt Bayern in den Wettbewerb um die schlauesten Köpfe ein und bildet einen gewichtigen Gegenpol zu den Fördermaßnahmen anderer Länder wie China oder die USA.
Das zukünftige Wettbewerbspotenzial Bayerns hängt entscheidend von der digitalen Wandlungsfähigkeit der Unternehmen ab. Je schneller der digitale Wandel gelingt, umso besser stehen die Chancen der bayerischen Wirtschaft, sich gegenüber Konkurrenz aus Fernost und Ländern jenseits des Atlantiks zu behaupten.

Auf dem Weg zur Industrie 5.0

Die Industrie 5.0 ist auf dem Vormarsch. Ging es in der Industrie 4.0 noch um die Leistungsoptimierung durch Vernetzung von Produktionskapazitäten (Maschinen, Prozesse und Systeme) und dem damit verbundenen Datenaustausch, stellt die Industrie 5.0 die Kollaboration von Mensch und intelligenter Maschine bzw. Roboter (KI) ins Zentrum. Dabei nutzen Roboter Technologien wie das Internet der Dinge (IoT) und Big Data, um aus verfügbaren Daten Erkenntnisse zu gewinnen und Handlungsaktionen abzuleiten.

Je besser Mensch und Maschine oder Roboter miteinander interagieren, desto größer sind die Gewinne hinsichtlich Effizienz und Produktivität.

Die damit verbundene Produktivitätssteigerung hat epochalen Charakter. Deshalb wird die KI in Fachkreisen bereits als fünfte industrielle Revolution bezeichnet wird, die den Begriff „Industrie 5.0“ prägt.

Bayern als KI-Motor Europas

Das Center of Artificial Intelligence and Robotics (CAIRO) der FHWS wird die Robotik und andere KI-Einsatzfelder in bisher nicht erreichbare Anwendungsniveaus führen. Als ein Zentrum für angewandte Wissenschaften richtet CAIRO seinen Fokus auf die Technologien der starken KI und so primär auf einen jungen Innovationsbereich. Konzerne wie Google, Apple oder IBM sowie Universitäten haben hier bereits Erfolge verbucht und werden weitere hervorbringen. Dadurch werden sich die Qualitäten künstlicher Intelligenzen erheblich verbessern. CAIRO will diese direkt dem Robotik-Anwendermarkt und den bayerischen KMUs zugänglich machen und sich auch mit eigenen Entwicklungen einbringen.

CAIRO wird Bayern auf dem Weg zum KI-Technologieführer auf dem europäischen Parkett begleiten. Die derzeit anlaufenden bayerischen, deutschen und europäischen Initiativen zur Förderung der KI sind eine Chance für alle Unternehmen in Bayern. So will der Bund beispielsweise bis 2025 insgesamt etwa drei Milliarden Euro für die Umsetzung der Strategie Künstliche Intelligenz bereitstellen. Zusammen mit den Partnern im KI-Netzwerk Bayern wird CAIRO einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Bayern zum KI-Motor Europas zu machen und die KI-Kompetenzhoheit gegenüber angloamerikanischen und chinesischen Akteuren auszubauen.

Robomotive-Region und Silicon Valley der Robotik Schweinfurt

Es ist abzusehen, dass in naher Zukunft Robotersysteme, unterstützt durch (starke) KI, in nahezu alle Lebens- und Arbeitsbereiche vordringen werden.

Der gigantische Bedarf an intelligenten Robotern lässt sich nur durch industrielle Massenfertigung decken. Es ist absehbar, dass sich analog zur Automotive-Branche eine „Robomotive-Branche“ mit eigenen Ecosystemen entwickeln wird. Mit der Mutation des Autos zum Roboter (sog. Roboterauto) wird die Robomotive-Branche die Automotive-Branche langfristig sogar mit einschließen.

Für den Automotive-Standort Schweinfurt bietet sich die Chance für einen aktiven Strukturwandel, der den Wohlstand und die Wettbewerbsfähigkeit der Region sichern kann. Die FHWS will die notwendigen Ingenieure der Robotik und KI ausbilden, um diesen Strukturwandel mitzugestalten. Mit diesen Voraussetzungen ist Schweinfurt auf dem besten Weg, von der Welthauptstadt für Kugellager zum Silicon Valley der Robotik zu werden.

KI WAHRNEHMUNG

  • ERFASSEN
  • AUFNEHMEN
  • KONZEPTUALISIEREN

FHWS als Enabler für bayerische Unternehmen

Als Teil des Würzburger KI-Knotens für Data Science wird die FHWS alles daransetzen, die Hightech Agenda zu einem Erfolg und Bayern zu einer Hochburg für KI-Technologien zu machen. Hierfür wird sie einen einmaligen Weg gehen: Sie wird Methoden der starken KI mit denen angewandter KI verbinden. Dadurch schafft sie Mehrwerte und vereinfacht für Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft aller Regionen Bayerns den Zugang zu den entsprechenden KI-Technologien.

Das Ziel ist es, bayerische Unternehmen zu befähigen, in ihrem Anwendungsfeld KI-Kompetenzen aufzubauen und Lösungen zu implementieren.

Data Science als integraler Bestandteil der Ausbildung

Die Transformation der Arbeitswelt erfordert ein Umdenken in Bezug auf die Inhalte zahlreicher Studien- und Ausbildungsgänge. KI-Technologien werden in immer mehr Anwendungsfeldern eine bedeutsame Rolle spielen - dadurch werden neue Qualifikationsprofile entstehen.

Domänenspezifisches Wissen aus Bereichen wie Fertigungstechnik, Medizin und Pharma, Medizintechnik, Finanzdienstleistungen und Versicherungen, Logistik, Luft- und Raumfahrt etc. muss stärker mit KI-Wissen vernetzt werden. Es gilt, praxisgerechte Schulungs- und Ausbildungsmodule mit entsprechenden Data-Science-Kompetenzen in Kooperation zwischen Hochschulen und Industrie zu entwickeln.